ISO Lele: Der klassische italienische GT

Der ISO Lele oder ISO Rivolta Lele ist ein großer Tourenwagen, der vom italienischen Automobilhersteller Iso Automoveicoli S.p.A. zwischen 1969 und 1974 produziert wurde. Dieser elegante 2+2 füllte die Lücke zwischen dem Grifo und dem Fidia und teilte seinen Antriebsstrang mit seinen Geschwistern. Entworfen von Marcello Gandini von Bertone, ist der ISO Lele ein einzigartiges Stück Automobilgeschichte. Erfahren Sie mehr über dieses ikonische Fahrzeug, seine Geschichte, seine Eigenschaften und sein Erbe.

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Geschichte der ISO Lele

Der ISO Lele war ursprünglich als Weihnachtsgeschenk für die Ehefrau von Piere Rivolta, Rachelle (LeLe) Rivolta, gedacht. Sein auffälliges Design und seine überzeugenden Fahrleistungen führten jedoch zu der Entscheidung, ihn als Nachfolger des IR 300 in Produktion zu geben. 1969 wurde er auf der New York International Auto Show erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und trat damit gegen den Lamborghini Espada an. Anfänglich wurde er von einem 300 oder 350 PS starken V8-Motor von General Motors angetrieben, der mit einem 4-Gang-Schaltgetriebe (später einem 5-Gang-Getriebe von ZF Friedrichshafen) und einem 4-Gang-Automatikgetriebe von General Motors ausgestattet war.

1972, nach der Produktion von etwa 125 Fahrzeugen, verlangte General Motors, dass Iso die Motoren im Voraus bezahlt. Angesichts dieser Situation entschied sich Iso, den Chevrolet-Motor durch den Cleveland-V8 von Ford mit 325 PS zu ersetzen. Auch das Automatikgetriebe kam von Ford, während das Schaltgetriebe unverändert blieb.

ISO Lele Design und Eigenschaften

Das Fahrgestell des ISO Lele war dasselbe, das Bizzarrini seit dem IR 300 für die Iso-Fahrzeuge entwickelt hatte, mit einer ungleich langen Doppelquerlenker-Vorderachse mit Schraubenfedern, während die Hinterachse eine Dion-Konstruktion mit einer Salisbury-Achse war. Es wurden Vierrad-Scheibenbremsen verwendet, die intern im Fahrgestell montiert waren.

Die Hinterradaufhängung bestand aus doppelten Längslenkern und einem Watt’schen Stab, der die de Dion-Achse aufnahm. Koni-Teleskopstoßdämpfer und Schraubenfedern vervollständigten die Einheit. Der ISO Lele war mit einer ZF-Servolenkung ausgestattet, die auch von Maserati verwendet wurde, sowie mit Campagnolo-Leichtmetallrädern, die mit Michelin XWX 215/70 VP15-Reifen bestückt waren.

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Innenausstattung und Annehmlichkeiten

Der Innenraum war mit Leder gepolstert und verfügte über Annehmlichkeiten wie Klimaanlage und elektrische Fensterheber sowie weiche Teppichböden. Der Tachometer und der Drehzahlmesser befanden sich hinter der Lenksäule, während die Mittelkonsole vier zusätzliche Anzeigen enthielt: ein Amperemeter, eine Kraftstoffanzeige sowie Wasser- und Öltemperaturanzeigen. Das Fahrzeug verfügte über verdeckte Scheinwerfer mit aufklappbaren Abdeckungen, die die vier Scheinwerfer teilweise verdeckten, wenn sie nicht benutzt wurden.

Varianten und Produktion

1973 wurde die Standardversion des ISO Lele (jetzt als Lele IR6 bekannt) durch den Lele IR6 Sport ergänzt, dessen Motor auf 360 PS modifiziert wurde und nur in Verbindung mit dem 5-Gang-Getriebe von ZF erhältlich war. Diese Variante wies ein Verdichtungsverhältnis von 8,6:1 auf, hatte einen Hub und eine Bohrung von 101,6 x 88,9 mm und eine Drehzahlgrenze von 5.800 U/min. Basierend auf zwei Sonderanfertigungen für die Iso-Marlboro-Formel-1-Fahrer Howden Ganley und Nanni Galli wurden bei diesem Modell schalldämpfende Teile entfernt, eine neue Instrumententafel eingebaut und der Motor modifiziert.

Trotz seines unverwechselbaren kantigen Designs und seines komfortablen Charakters konnte der ISO Lele den Markt nicht wie erhofft erobern, und es wurden insgesamt nur 285 Stück produziert. Bis zur Einstellung der Produktion im Jahr 1974 aufgrund des Konkurses von Iso wurden rund 160 Leles mit Ford-Motor gebaut.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wie viele ISO Lele-Einheiten wurden insgesamt produziert?

Insgesamt wurden 285 ISO-Lele-Einheiten in mehreren Varianten produziert, darunter die Standard-Lele und die Lele IR6.

Welche Motorisierung hatte die ISO Lele?

Der ISO Lele war zunächst mit einem General Motors V8-Motor mit 300 oder 350 PS ausgestattet. Später, im Jahr 1972, wurde er auf einen Ford Cleveland V8-Motor mit einer Leistung von 325 PS aufgerüstet.

Was waren die besonderen Merkmale der ISO Lele?

Der ISO Lele zeichnete sich durch sein elegantes Design, sein luxuriöses Interieur und seine sportlichen Leistungen aus und war ein echter italienischer Grand Tourer seiner Zeit.

Schlussfolgerung

Der ISO Lele ist mit seinem unverwechselbaren Design und seiner aufregenden Leistung ein Schatz der italienischen Automobilgeschichte. Obwohl seine Produktion begrenzt und sein kommerzieller Erfolg bescheiden war, hinterließ er einen unauslöschlichen Eindruck in der Welt der Oldtimer. Sein Vermächtnis lebt unter Liebhabern und Sammlern weiter und erinnert an eine goldene Ära der italienischen Automobiltechnik.