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BMW F76, das BMW Auslieferungsfahrzeug

BMW stellt Lieferfahrzeuge her? Aber mal ehrlich, ist das bayerische Unternehmen nicht weltweit für die Herstellung von Sportwagen bekannt? Nun, ja, aber zu einem bestimmten Zeitpunkt in seiner Geschichte stellte das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen auch einen kleinen Lieferwagen her. Das ist der F76, und das ist seine Geschichte.

Der BMW F 76 war ein dreirädriger Kleintransporter, den BMW zwischen 1932 und 1933 am Standort Eisenach baute, denn in der Weltwirtschaftskrise der 1920er und 1930er Jahre bestand in der Gesellschaft ein Bedarf an einfachen, preiswerten Fahrzeugen, die mit geringem Aufwand städtische Transportaufgaben übernehmen und ohne Führerschein gefahren werden konnten. BMW produzierte bereits den Kleintransporter BMW 3/15, von dem zwischen Mai 1929 und Februar 1932 nur 435 Fahrzeuge verkauft wurden, und der Erfolg anderer Hersteller mit dreirädrigen Autos veranlasste BMW, ab 1931 den BMW F76 zu produzieren, einen kleinen dreirädrigen Kleintransporter mit zwei nebeneinander liegenden Sitzen, der mit Motoren aus den bereits produzierten Einzylinder-Motorrädern ausgestattet war. Auch eine einsitzige Variante wurde erprobt, ging aber nicht in die endgültige Produktion ein, ebenso wie eine Version als Personenwagen.

Vertrieb


Das BMW-Werk in Eisenach produzierte ab Herbst 1932 den F 76 mit 200 cm³ Hubraum zum Preis von 1.350 Reichsmark, im Januar 1933 folgte der BMW F79 mit 400 cm³ Hubraum, der für 1.500 Reichsmark verkauft wurde. Im Grundpreis enthalten waren lediglich eine Hupe und ein Tachometer. Windschutzscheibe, Scheibenwischer, Fahrerhaus, Türen, elektrischer Blinker, Reserverad, Reserveradhalter und Wagenheber waren nicht serienmäßig, sondern gehörten wie bei allen Ladeversionen zur Sonderausstattung.

Nach nur 600 Exemplaren, 250 der Version F76 und 350 der Version F79, wurde die Produktion mangels Kundeninteresse eingestellt, da Deutschland zum Zeitpunkt der Markteinführung bereits die Krise hinter sich hatte.

Technologie

Bei den Motoren handelte es sich um Einzylinder-Viertakt-Motorradmotoren, die größtenteils von der BMW R 2 und R 4 stammten und mit einem Dreigang-Getriebe mit Rückwärtsgang ausgestattet waren.

Glücklicherweise konzentrierte sich BMW in den folgenden Jahren auf die Produktion anderer Fahrzeugtypen, wie den BMW 328, und schaffte es, zu dem zu werden, was es heute ist: ein Hersteller von Luxus- und Sportwagen. Das ist eine gute Sache, obwohl es natürlich auch stimmt, wenn man sich vorstellt, dass der Zusteller in der Nachbarschaft die Bestellung in einem BMW bringt…