BMW 501/502. Der Barockengel

In der Welt der Oldtimer gibt es Fahrzeuge, die ihre Zeit überdauern und zu zeitlosen Ikonen werden. Der BMW 501/502, liebevoll „Barockengel“ genannt, ist ein solches Exemplar, das unauslöschliche Spuren in der Automobilgeschichte hinterlassen hat. In diesem Artikel erforschen wir die faszinierende Geschichte dieses Luxuswagens, der zwar technisch herausragend war, sich aber für seine Zeit als teure Marotte erwies.

Die Anfänge des BMW 501: Die Wiedergeburt einer Marke

Die Geschichte des BMW 501/502 geht auf eine Zeit zurück, in der sich die Marke BMW nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs im Wiederaufbau befand. Mit dem Verlust der Produktionsstätte in Eisenach und der vollständigen Zerstörung der Fabriken in München befand sich BMW in einer prekären Situation. Doch die bayerische Marke ließ sich nicht unterkriegen, und 1948 begann die Entwicklung des späteren BMW 501.

Zunächst wurden verschiedene Designansätze geprüft, darunter ein Prototyp des renommierten Designers Pininfarina. Der Entwurf des ehemaligen Eisenacher Werkleiters Peter Szymanowski auf der Basis des Vorkriegs-BMW 326 wurde jedoch zur Grundlage des BMW 501. Die Produktion dieses Flaggschiffs begann schließlich im November 1952 und markierte die Wiedergeburt von BMW als Automobilhersteller in München.

Der Barockengel: Stil und Eleganz

Der Spitzname „Barockengel“ wurde nicht umsonst vergeben. Dieser Spitzname ist auf die üppige, geschwungene Linienführung dieses Wagens zurückzuführen, mit der er sich von der Masse der Nachkriegsfahrzeuge abhob. Obwohl BMW anstrebte, jährlich etwa 20.000 Fahrzeuge zu verkaufen, wurden aufgrund der hohen Kosten bis 1963 nur etwa 22.000 Stück produziert.

Der BMW 501/502 wurde als viertürige Limousine angeboten, es gab aber auch Sonderkarosserien wie Coupés und Cabriolets, die bei spezialisierten Karosseriebaufirmen wie Baur oder Autenrieth bestellt werden konnten.

Technische Innovation als Herzstück des Barockengels

Angetrieben wurde der BMW 501 vom M337-Motor, einer Weiterentwicklung des BMW M78-Motors aus dem Vorkriegs-BMW 326. Das Viergang-Getriebe war nicht in den Motor integriert, sondern wurde separat über eine Welle zwischen dem zweiten und dritten Querträger angetrieben. Trotz seiner Eleganz und seines Stils war die Höchstgeschwindigkeit des BMW 501 auf 135 km/h begrenzt, und seine Beschleunigungszeit von 0 auf 100 km/h betrug 27 Sekunden – nach heutigen Maßstäben bescheidene Werte, aber für seine Zeit angemessen.

Der V8: Das Herzstück des BMW 502

Im Jahr 1954 stellte BMW den BMW 502 vor, ein Modell, das einen Meilenstein in der Geschichte der Marke markieren sollte. Dieses Fahrzeug war mit dem ersten V8-Motor von BMW ausgestattet, eine beeindruckende Leistung nach den Zerstörungen des Krieges. Zunächst hatte der V8-Motor einen Hubraum von 2,6 Litern, doch 1955 wurde für den BMW 502 eine 3,2-Liter-Version eingeführt. Die Leistung dieser Motoren stieg allmählich an und erreichte 1957 140 PS und schließlich 160 PS im BMW 3200 S von 1961.

Motoren
2580 cm³ M502/1 V8 (502, 2,6 Luxus)
2580 cm³ M502/110 V8 (2600L)
3168 ccm M506/1 V8 (502 3,2)
3168 ccm M503/1 V8 (3.2 Super)
3168 cm³ M506/140 V8 (3200L)
3168 ccm M503/160 V8 (3200S)